Skip to main content

Michael Hettegger gewinnt EM-Silber im Cross-Country bei den Junioren im Tessin

01. August 2026
Michael Hettegger gewinnt die EM-Silbermedaille im Cross-Country der Junioren (Foto: Armin Küstenbrück)
Veröffentlicht in MTB

Text: Peter Maurer / Fotos: Armin Küstenbrück

Als erst viertem Österreicher in der Geschichte gelang Michael Hettegger am Samstag der Sprung auf das EM-Podium im Cross-Country. Bei den Titelkämpfen am Monte Tamaro im Schweizer Tessin holte der 17-Jährige die Silbermedaille bei den Junioren. Im Rennen der U23-Männer wurde Maks Barret Maunz Elfter, Alexander Hammerle landete auf Rang 21. Juniorin Johanna Piringer beendete ihr Rennen auf Rang 26, Michael Ortner belegte Platz 33 bei den Junioren.

“Ich habe mich die letzten Tage nicht so gut gefühlt, dafür ist das Ergebnis richtig geil. Vor allem hat mir gefallen, dass ich das Schlussduell um Silber noch für mich entscheiden konnte“, grinste Hettegger nach dem Rennen. 1:15 Minuten lag er im Ziel hinter dem Franzosen Mathieu Ghibaudo, den er vor einem Monat in Davos noch in die Schranken weisen konnte.

“Heute war er einfach zu stark, ich habe sogar bergab Zeit auf ihn verloren“, berichtete der frischgebackene Vize-Europameister, der gut ins Rennen fand, dann aber fast in einen Sturz verwickelt wurde: “Ich verlor ein paar Positionen, konnte mich aber wieder vorkämpfen und ging als Erster in der Abfahrt.“ In dieser zog dann Ghibaudo an ihm vorbei und löste sich aus der Spitzengruppe. Gemeinsam mit dem Deutschen Elias Hückmann bildete Hettegger die erste Verfolgergruppe.

In der dritten von sechs Runden verlor der Österreicher aber kurz dessen Hinterrad, verpflegte sich aber mit einem Gel und fand wieder Anschluss. “An den Anstiegen habe ich ihn dann ständig attackiert, bis er nicht mehr zurückkam. Das war dann die Entscheidung um Silber“, schilderte Hettegger stolz. Zehn Sekunden hatte er im Ziel Vorsprung auf seinen ersten Verfolger, der nächste Fahrer, der Franzose Noa Filippi wies als Vierter einen Rückstand von über einer Minute auf Hettegger schon auf.

Michael Ortner, der Zwölfte des Short Races am Donnerstag, dort nur einen Rang hinter Hettegger platziert, erwischte keinen guten Tag im Tessin und landete mit einem Rückstand von 7:28 Minuten auf Rang 33. Juniorin Johanna Piringer, am Donnerstag noch gute Siebte, landete im Cross-Country auf Platz 26. Der Sieg ging an die Topfavoritin Anja Grossmann aus der Schweiz.

Der Steirer Maks Barret Maunz beendete den Cross-Country der U23-Männer als Elfter, verpasste nur knapp den Sprung unter die Top Ten bei seiner ersten EM in dieser Altersklasse. Im Vorjahr war der 19-Jährige noch Junior und wurde Fünfter der Weltmeisterschaften. “Ich hatte einen soliden Start und lag schon auf dem siebten Rang. Ich versuchte so lang es ging an den Spitzenleuten dranzubleiben. Am Ende habe ich ein wenig gebüßt dafür. Die Strecke hat mir richtig getaugt und für mein erstes Rennen seit dem Sturz in Leogang bin ich voll zufrieden,“ erzählte Barret Maunz. Der Tiroler Alexander Hammerle wurde 21ter. Am Sonntag stehen noch die beiden Elite-Rennen als auch jenes der U23-Frauen, wo sich Katrin Embacher Hoffnungen auf ein Topresultat macht, am Programm am Monte Tamaro.

Solider Abschluss für Österreichs Mountainbiker im Cross-Country

Nach der Silbermedaille durch Junior Michael Hettegger konnte das rot-weiß-rote Mountainbiketeam am Sonntag zwar kein weiteres Podium nachlegen, dennoch fuhren die U23-Frauen rund um Katrin Embacher und Antonia Grangl, als auch die Elite-Männer mit Maximilian Foidl und Mario Bair weitere Topergebnisse ein. So landete Embacher auf Rang acht und Grangl wurde Zwölfte. Foidl beendete zum dritten Mal in seiner Karriere das EM-Rennen in den Top Ten, Bair holte mit Rang 15 sein bestes EM-Ergebnis in der Elite.

“Der achte Platz ist solide. Ich habe zwar einfach nicht meinen besten Tag heute erwischt, dennoch versuchte ich einen guten Rhythmus im Rennen zu behalten. Es kommen sicher wieder bessere Tage, aber es ist ein zählbares Resultat rausgekommen“, analysierte Embacher. Dominiert wurde das U23-Rennen der Frauen von den Gastgeberinnen, die einen Dreifachsieg einfahren konnten, angeführt von Anina Hutter vor Fiona Schibler und Elisa Benoit. Die Weltcupführende Valentina Corvi aus Italien wurde Vierte.

Auch für Österreichs zweite Starterin, die Steirerin Antonia Grangl war im vorderen Feld zu finden auf Rang zwölf. “Das war eines der besten Rennen meiner Saison und ich hatte immer ein gutes Gefühl am Bike, weshalb ich mit meiner Leistung als auch der Platzierung sehr zufrieden bin“, so Grangl. In der Elitekategorie stand keine Österreicherin am Start, dort siegte Sina Frei vor Alessandra Keller und rundeten einen Schweizer Doppelsieg ab. Die aktuelle Weltmeisterin Jenny Rissveds holte Bronze.

Bei den Elitemännern siegte der Brite Charlie Aldridge, der am Donnerstag schon das Short Race für sich entscheiden konnte. Er folgt seinem Teamkollegen Tom Pidcock als neuer Europameister nach. Silber ging an den Italiener Juri Zanotti, Bronze holte Lokalmatador Fabio Püntener. Bester Österreicher wurde Foidl auf Rang neun mit einem Rückstand von 1:32 Minuten auf den Sieger.

“Im letzten Jahr bin lange um die Medaillen mitgefahren und habe mich gefragt, ob ich nicht etwas probieren hätte sollen. Deswegen war ich dieses Jahr viel offensiver unterwegs, habe dann leider nach der Halbzeit etwas büßen müssen“, erzählte Foidl, der von Beginn an in der vordersten Gruppe des Rennens zu finden war und auch zahlreiche Führungskilometer sammelte.

“Die Gruppe wurde dann gut reduziert auf sechs Leute, aber dann haben die Schweizer richtig hart attackiert und ich war am Limit. Ich wollte mit dem schnellen Beginn meine Stärken ausspielen in der Hoffnung, dass wir noch weniger Fahrer in der Gruppe werden. Im Endeffekt war es trotzdem ein gutes Rennen und ein weiterer Schritt“, resümierte Foidl.

Sein Teamkollege Bair landete auf Rang 15. “Ich hatte die Top 20 angepeilt als mein Ziel für das Rennen, von dem her ist das Ergebnis sehr zufriedenstellend für mich. Es war ein super sauberes Rennen und ich bin konstant gefahren, hielt meine Pace durch auf der technisch doch sehr anspruchsvollen Strecke. Der größte Kampf war aber gegen die Hitze“, erzählte der 25-Jährige, der jede Runde Eis und kaltes Wasser von den Betreuern bekam: “Ich glaube ohne diese gute Unterstützung wäre es nicht gegangen, denn bei so heißen Temperaturen darfst du nicht einmal überdrehen, sondern brauchst das richtige Tempo und die richtige Strategie. Und die hatten wir.“ Der dritte heimische Elitestarter, der Steirer Lukas Hatz beendete das EM-Rennen auf Rang 31.

Katrin Embacher wird Fünfte im Short Race der U23-Frauen

Zum Beginn der bis zum Sonntag andauernden Mountainbike-Europameisterschaften im Cross-Country in der Schweiz standen die Wettkämpfe im Short Race am Programm. Dort landete Katrin Embacher auf Rang fünf bei den U23-Frauen, Johanna Piringer wurde starke Siebte bei den Juniorinnen. Die beiden U23-Athleten Alexander Hammerle und Maks Barret Maunz platzierten sich ebenfalls in den Top Ten auf den Rängen acht und neun und die beiden Junioren Michael Hettegger und Michael Ortner wurden Elfter und Zwölfter.

“Ich bin zufrieden mit meinem Rennen, blieb lange an der Spitze dran, musste aber ein wenig rausnehmen am Ende“, schilderte Embacher. 21 Sekunden fehlten ihr am Ende auf die Schweizerin Lea Huber, die den Titel einfahren konnte vor heimischer Kulisse am Monte Tamaro im Tessin. Die 21-jährige Tirolerin feierte in dieser Saison schon einen Weltcupsieg und landete bei der Generalprobe für die Europameisterschaften im Olympischen Cross-Country vor wenigen Monaten auf Rang drei. Gemeinsam mit Antonia Grangl, die am Donnerstag 16te wurde,  geht sie am Sonntag noch in das U23-Rennen der Frauen. “Grundsätzlich liegt mir die Strecke sehr gut“, fügte sie an.

Juniorin Johanna Piringer eröffnete den zweiten EM-Tag, wo gleich alle sechs Entscheidungen im Short Race am Programm standen, für das heimische Team mit einem guten siebten Platz. Mit einem guten Start setzte sie sich in der vordersten Gruppe fest, konnte dort ihre Kräfte sich gut einteilen und hielt die gute Position bis zum Ende.

Als einzige im heimischen Team mussten die beiden Junioren Michael Hettegger und Michael Ortner in die Qualifikation am Mittwoch. Diese überstanden sie mühelos, hatten aber am Renntag nicht die besten Beine zur Verfügung. Hettegger landete auf Rang elf, Ortner wurde Zwölfter im Short Race. Hettegger spürte die Anstrengungen von zwei Rundfahrtsteilnahmen auf der Straße, die er beide unter den Top fünf abschloss noch: “Die Ruhewerte waren jetzt nicht optimal, aber für den Samstag und den Cross-Country sollte alles wieder passen.“

Auch sein Teamkollege Ortner hatte seine Schwierigkeiten mit dem intensiven und schnellen Short Race. “Ich habe leider keinen guten Start erwischt und dann mehr mit der Lunge gekämpft als mit meinen Beinen“, schnaufte der Tiroler. Etwas besser erging es den beiden U23-Startern Alexander Hammerle und Maks Barret Maunz, die die Ränge acht und neun einfahren konnten.

“Es lief vom Start her ganz gut, aber die Jungs vorne sind so ein wahnsinniges Tempo gefahren, dass gleich eine Lücke aufging zu uns. Zum Glück kam dann Maks von hinten und wir konnten uns in der Verfolgung abwechseln. Die letzten Runden waren dann All-Out, am Ende sind wir noch um den sechsten Rang gesprintet“, berichtete Hammerle und sein Teamkollege fügte an: “Für mich war es ein guter Formcheck, speziell nach dem gebrochenen Mittelhandknochen beim Weltcup in Leogang. Für Sonntag sollte alles passen und die anspruchsvolle Strecke liegt mir gut.“ Den Sieg in der U23 sicherte sich der Deutsche Paul Schehl.

In den Elitekategorien waren keine Österreicherinnen und Österreicher am Start. Die Titel gingen an die Schweizerin Sina Frei und den Briten Charlie Aldridge. Am Samstag warten dann die Rennen im Olympischen Cross-Country auf die Junioren, Juniorinnen und U23-Männer. Am Sonntag stehen dann jene der U23-Frauen sowie der beiden Elitekategorien am Programm.

Cycling Austria Hoodie

Dein Begleiter im Herbst: Hochwertige Materialien, bequemer Schnitt und sportliches Design – perfekt für nach dem Training, in der Freizeit und als Statement für echte Radsportfans.