Großes Finale in Königswiesen: Die Road Cycling League Austria biegt auf die Zielgerade

Noch einmal heißts Vollgas im Mühlviertel wenn am kommenden Sonntag bei der 7. Mühlviertler Hügelwelt Classic die Entscheidung der Road Cycling League Austria fällt. Nach einer langen Saison mit schnellen Klassikern, anspruchsvollen Straßenrennen, Zeitfahrern und dem spektakulären Bergfinale am Gaisberg steht nun der letzte Renntag der höchsten österreichischen Straßenradliga auf dem Programm. Während bei den Frauen die wichtigsten Entscheidungen bereits gefallen sind, verspricht das Finale bei den Männern noch einmal Spannung – insbesondere in der Mannschaftswertung.
Den Auftakt machen am Sonntag die Männer um 11.00 Uhr. Sie erwartet ein anspruchsvoller Kurs durch die Mühlviertler Hügelwelt, auf dem insgesamt 121 Kilometer und rund 2.500 Höhenmeter zu bewältigen sind. Nach fünf kleinen Runden zum Auftakt geht es auf fünf große Runden. Vom Marktplatz in Königswiesen führt die Strecke unter anderem Richtung Haid, Wildberg und Unterweißenbach, ehe über die Nordkammstraße und die Linzer Straße wieder der Ausgangspunkt erreicht wird. Was auf dem Papier nach einer klassischen Rundstrecke klingt, wird in der Realität zu einem harten Ausscheidungsrennen: Die ständigen Wellen und Anstiege lassen kaum Raum für Erholung und machen das Finale zu einer Prüfung für Allrounder und Kletterer.
Tirol Women Cycling schreibt erste Ligageschichte
Bei den Frauen ist die Entscheidung bereits gefallen. Das Tirol Women Cycling Team hat in seiner ersten Saison als Continental Team eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass man gekommen ist, um sich an der Spitze des österreichischen Radsports zu etablieren. Sowohl die Mannschaftswertung als auch die beiden Einzeltrikots gehen nach Tirol. Allen voran Tabea Huys prägte die Saison. Die Tirolerin sicherte sich das ARBÖ Gesamtwertungstrikot der Road Cycling League Austria und gleichzeitig die U23-Gesamtwertung der Cycling Austria Member Card. Damit krönt Huys eine außergewöhnlich starke Saison, die ihr auch international neue Möglichkeiten eröffnet. Aufgrund ihrer Leistungen darf sie sich über einen Trainee-Vertrag beim WorldTour-Team Lidl-Trek freuen. Das Finale in Königswiesen wird für Huys und ihr Team damit dennoch alles andere als eine Pflichtveranstaltung. Mit dem Gesamtsieg im Rücken geht es darum, die herausragende erste Saison als Continental Team mit einem weiteren starken Auftritt abzuschließen und den Erfolg entsprechend zu feiern. Die Frauen starten um 11.37 Uhr und absolvieren den klassischen Kurs über drei Runden mit insgesamt 63,9 Kilometern.
Drei Punkte entscheiden über die Teamwertung
Deutlich spannender präsentiert sich die Ausgangslage bei den Männern. In der Mannschaftswertung trennen Team Vorarlberg und Hrinkow Advarics gerade einmal drei Punkte. Damit ist vor dem letzten Rennen tatsächlich noch alles offen. Jede Platzierung, jeder Punkt und möglicherweise auch jede taktische Entscheidung kann am Ende über den Mannschaftssieg der Road Cycling League Austria entscheiden.
Auch die Einzelwertung ist noch nicht endgültig entschieden – wenngleich Philipp Hofbauer (Team Vorarlberg) mit einem komfortablen Vorsprung ins Finale geht. 96 Punkte trennen Hofbauer von seinem ersten Verfolger Riccardo Zoidl (Hrinkow Advarics). Für den Vorarlberger müsste am Sonntag bereits sehr viel zusammenkommen, damit ihm der Gesamtsieg noch aus den Händen gleitet. Zoidl wiederum kennt die Straßen rund um Königswiesen bestens. Der Routinier bestreitet das Finale quasi auf seinen Trainingsstrecken und wird alles daransetzen, seinen Rückstand noch einmal zu verkürzen. Mit seiner Erfahrung und seinen Kenntnissen über die Mühlviertler Hügel könnte er zumindest versuchen, Hofbauer noch einmal gehörig unter Druck zu setzen.
Fix vergeben ist hingegen die U23-Gesamtwertung, präsentiert von der Tour of Austria. Valentin Poschacher (Hrinkow Advarics) hat das Führungstrikot bereits sicher. Für den jungen Oberösterreicher ist der Erfolg besonders bemerkenswert: Als Eigenbau-Athlet von Hrinkow Advarics fährt Poschacher erst seine zweite Saison in der Elite und setzt mit dem Gewinn der U23-Wertung ein starkes Ausrufezeichen.
Ein Finale, das seinem Namen gerecht wird
Die Mühlviertler Hügelwelt Classic ist damit mehr als nur das letzte Rennen im Kalender. Sie bildet den Schlusspunkt einer Saison, in der die Road Cycling League Austria einmal mehr die gesamte Bandbreite des österreichischen Straßenradsports gezeigt hat. Von den schnellen Frühjahrsklassikern über internationale Konkurrenz beim GP Vorarlberg, die Staatsmeisterschaften im Zeitfahren und am Berg bis hin zum urbanen Spektakel des Altstadt.Kriteriums in Graz – die Liga bietet den heimischen Spitzenfahrer über die gesamte Saison eine hochkarätige Bühne. Nun kommt es in Königswiesen zum letzten Showdown.
Zwischenwertung Road Cycling League Frauen:
Tabea Huys (Tirol Women Cycling)
Belinda Holzer (Tirol Women Cycling)
Nadja Heigl (Team Cookina ARBÖ ASKÖ Graz)
Tjasa Susnik (ARBÖ Rapso Knittelfeld)
Leila Gschwentner (Smurfit Westrock Cycling)
Zwischenwertung Road Cycling League Männer:
Philipp Hofbauer (Team Vorarlberg)
Riccardo Zoidl (Hrinkow Advarics)
Valentin Poschacher (Hrinkow Advarics)
Tobias Nolde (Team Vorarlberg)
Loic Bettendorff (Hrinkow Advarics)
Rennkalender Road Cycling League Austria 2026:
22.03. – 65.Radsasion-Eröffnungsrennen Leonding (F/M)
12.04. – Straßenrennen St. Marein-Feistritz (F)
26.04. – 64. Kirschblütenrennen Wels (F/M)
01.05. – 15. GP Vorarlberg (UCI1.2) (M)
03.05. – 53. Erlauftaler Radsporttage (F/M)
27.06. – ÖSTM Einzelzeitfahren (F/M)
28.07. – Graz Altstadt.Kriterium (F/M)
16.08. – Gaisberg Bergrennen / ÖM Berg (F/M)
13.09. – 7. Mühlviertler Hügelweltclassic Königswiesen (F/M)



